Berlin, 26. Februar 2026 – Angesichts des anhaltenden Pflegepersonalmangels und des demografischen Wandels stellt sich die Frage, ob Pflegebedürftige überhaupt noch angemessen versorgt werden können. Laut dem Arbeitgeberverband Pflege fehlen bereits jetzt 60.000 Heimplätze und fast 1.000 Pflegeheime. Eine neue Auswertung von Pflegia (www.pflegia.de) zeigt nun: Die Versorgung mit stationären Pflegeplätzen in den 30 größten deutschen Städten unterscheidet sich erheblich. Auch der Eigenanteil der Pflegebedürftigen für einen Heimplatz variiert zum Teil deutlich.
Chemnitz mit bester Versorgungsdichte, München Schlusslicht
Insgesamt gibt es in den untersuchten Städten 1.736 Einrichtungen, die 167.436 Pflegeplätze bereitstellen. In absoluten Zahlen verfügt Berlin mit 30.213 Plätzen über das größte Angebot an stationären Pflegeplätzen, gefolgt von Hamburg mit 15.268 Plätzen und Köln mit 7.947. Aussagekräftiger ist der Blick auf die Pflegeplätze pro 1.000 Einwohner:innen: Hier liegt Chemnitz mit 14,93 Plätzen an der Spitze, dicht gefolgt von Hannover mit 14,11 und Braunschweig mit 12,65. Auch Essen und Leipzig weisen eine vergleichsweise hohe Versorgungsdichte auf. Deutlich schlechter fällt die Situation hingegen in München mit 5,07 Plätzen pro 1.000 Einwohner:innen, Frankfurt am Main mit 6,17 und Kiel mit 7,27 aus.
Pflegekosten variieren um bis zu 859 Euro
Laut dem Verband der Ersatzkassen liegt der Anteil, den Pflegeheimbewohner:innen aus eigener Tasche zahlen müssen, im Bundesdurchschnitt bei 3.245 Euro. Innerhalb der 30 größten Städte Deutschlands unterscheiden sich die monatlichen Selbstkosten für einen Pflegeplatz um bis zu 859 Euro. Am höchsten ist der Eigenanteil für stationäre Pflege in Karlsruhe mit 3.449 Euro, dicht gefolgt von Stuttgart mit 3.381 Euro und Köln mit 3.377 Euro. Deutlich günstiger ist Pflege dagegen in Braunschweig, wo die durchschnittliche Zuzahlung bei 2.590 Euro liegt. Auch Hamburg mit 2.591 Euro und Leipzig mit 2.627 Euro zählen zu den vergleichsweise kostengünstigen Städten.
„Die Analyse zeigt: Sowohl die Versorgungsdichte als auch die Pflegekosten unterscheiden sich deutlich von Stadt zu Stadt. Neben dem Mangel an Pflegeplätzen verschärft vor allem der Fachkräftemangel die Lage. In vielen Bundesländern müssen Pflegeeinrichtungen bestimmte personelle Mindestanforderungen erfüllen. Werden diese unterschritten, kann es dazu kommen, dass Betten nicht belegt werden dürfen“, stellt Pflegia-Geschäftsführer Felix Westphal fest und fordert: „Um Pflege verlässlich und bezahlbar zu gestalten, sind politische Rahmenbedingungen gefragt, die Einrichtungen, Fachkräfte, Pflegebedürftige und ihre Familien gleichermaßen unterstützen.“
Die gesamte Untersuchung inkl. Grafiken zu journalisten Verwendung sind unter folgendem Link zu finden:
https://www.pflegia.de/magazin/article/pflegeheime-im-stadte-vergleich-chemnitz-mit-dem-besten-platzangebot-braunschweig-mit-den-niedrigsten-kosten/
Über die Untersuchung
Für die Analyse wurden insgesamt 1.737 Einträge aus dem Informationsportal www.pflegelotse.de ausgewertet. Untersucht wurden stationäre Pflegeeinrichtungen in den 30 größten deutschen Städten mit Blick auf Platzangebot und durchschnittliche monatliche Pflegekosten.
Pflegia ist eines der führenden Jobportale für Pflegekräfte. Das Unternehmen mit Sitz in Berlin wurde 2019 von Felix Westphal, Lennart Steuer und Masoud Shahryari gegründet und verfolgt das Ziel, mehr Transparenz und Fairness in den Bewerbungsprozess im Pflegesektor zu bringen. Kern des Modells ist ein umgedrehter Bewerbungsprozess: Arbeitgeber bewerben sich bei den Pflegekräften, nicht andersherum. Damit soll die klassische Rollenverteilung aufgebrochen und ein stärkerer Fokus auf die Bedürfnisse der Pflegekräfte gelegt werden. Ergänzend dazu bietet Pflegia Informationen zu Gehältern, Arbeitszeiten und weiteren Bedingungen, um die Vergleichbarkeit und Entscheidungsfindung für Bewerbende zu erleichtern. Das Unternehmen setzt auf eine erfolgsbasierte Preisstruktur für Arbeitgeber und kombiniert technische Automatisierung – etwa durch KI-gestützte Lebenslaufverarbeitung – mit persönlicher Begleitung auf beiden Seiten des Marktplatzes. Monatlich vermittelt Pflegia derzeit rund 1.000 Pflegekräfte an Einrichtungen im gesamten Bundesgebiet. Aktuell nutzen über 700.000 Pflegekräfte und rund 7.500 Arbeitgeber die Plattform, auf der etwa 30.000 offene Stellen ausgeschrieben sind.