Tonka

Credit: Vitaly Gariev
Berlin, 13. Mai 2026

Pflege-Digitalisierungsanalyse: Bundesweit über 140 Dokumentationssysteme im Einsatz

Auf einen Blick

  • Die Jobplattform Pflegia untersucht die Anzahl der bundesweit in medizinischen Einrichtungen genutzten Dokumentationssysteme
  • Knapp sieben Prozent der befragten Einrichtungen führen die Pflegedokumentation immer noch handschriftlich durch
  • Elektronische Pflegedokumentation spielt für Pflegekräfte die geringste Rolle bei der Jobwahl

 

Berlin, 13. Mai 2026 Die Digitalisierung in der Pflege schreitet voran, doch die Heterogenität der verwendeten Systeme ist immens. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung der Jobplattform Pflegia (www.pflegia.de). Im Zuge der Untersuchung wurden rund 3.900  Einrichtungen (z.B. Krankenhäuser, Pflegeheime) zu verwendeten Dokumentationssystemen und über 101.000 Pflegekräfte zu ihren Prioritäten bei der Jobwahl befragt. Das Ergebnis: In Deutschland kommen in der Pflege nicht nur sehr viele Dokumentationssysteme zum Einsatz – häufig nutzen Einrichtungen mehr als nur ein System zur Pflegedokumentation. Oftmals gehören dabei auch Papier und Stift noch dazu.

Hohe Digitalisierungsrate mit starker Fragmentierung
Die Digitalisierungsrate in deutschen Pflegeeinrichtungen ist hoch: Über 93 Prozent der Befragten gaben an, ihre Pflegearbeit mithilfe einer Software zu dokumentieren. In den in der Untersuchung betrachteten Einrichtungen kommen jedoch mindestens 140 verschiedene elektronische Dokumentationssysteme zum Einsatz. Auf dem Markt gibt es zahlreiche Anbieter mit verschiedenen Softwarelösungen für die Pflegedokumentation. Die in der Analyse meistgenannten Systeme sind Medifox DAN (1.419), Connext Vivendi (777) und Myneva (284). Darüber hinaus entwickeln und verwenden viele Einrichtungen ihre eigenen Softwarelösungen.

Dabei wird in einigen Fällen nicht nur ein System einer Firma genutzt: Rund zwei Prozent (83) der befragten Einrichtungen nutzen im Arbeitsalltag mehr als nur ein Dokumentationssystem. Einige Firmen bieten Software-Gesamtlösungen für Pflegeeinrichtungen an, doch die verschiedenen Fachbereiche stellen Anforderungen, denen nicht alle Dokumentationssysteme gerecht werden können. Außerdem werden zunehmend KI-Sprachassistenten parallel zu herkömmlichen Dokumentationssystemen genutzt, bislang jedoch bei weniger als einem Prozent der Befragten.

Handschriftliche Dokumentation weiterhin Teil des Pflegealltags
Die Pflegedokumentation auf Papier ist nach wie vor verbreitet und landet nach Myneva auf dem vierten Platz im Ranking: 265 Personen (knapp sieben Prozent) geben an, primär handschriftliche Dokumentationsmethoden zu verwenden. In einigen Fällen werden digitale und analoge Dokumentationssysteme parallel genutzt. 26 (0,67 Prozent) der Befragten gaben an, dass eine Mischform aus computergestützter und handschriftlicher Dokumentation besteht.

Felix Westphal, Gründer von Pflegia, erklärt:
„Die Anzahl der in Deutschland verwendeten Dokumentationssysteme ist in der Tat beträchtlich – die Dunkelziffer ist vermutlich noch größer als unsere Untersuchung zeigt.  Die eigentliche Herausforderung ist dabei jedoch nicht, dass es so viele Systeme gibt, sondern dass sie nebeneinander statt miteinander arbeiten. Interoperabilität ist hier das Stichwort: Es bedeutet, dass unterschiedliche Anwendungen Informationen ohne Medienbrüche austauschen und Prozesse durchgängig abbilden können. Erst wenn Dokumentation im Hintergrund reibungslos zusammenläuft, gewinnt Pflege wieder Zeit für das, worum es eigentlich geht: Die Versorgung der Patient:innen”

Für Pflegekräfte zählt vor allem Sicherheit im Job
In einer weiteren Analyse wurde untersucht, welcher Aspekt für die Teilnehmer:innen bei der Wahl ihres nächsten Jobs am wichtigsten ist. Dabei spielen die elektronischen Dokumentationssysteme nur für 0,36 Prozent der Beschäftigten eine wichtige Rolle. Auch gute Bezahlung ist nur für rund acht Prozent der Teilnehmer:innen der wichtigste Faktor. Mit rund 21 Prozent wurde Arbeitsplatzsicherheit am häufigsten genannt. Auf Platz zwei folgt mit 13,22 Prozent ein guter Pflegeschlüssel, auf Platz drei familienfreundliche Arbeitsmodelle mit 13,01 Prozent.

Über Pflegia

Pflegia ist eines der führenden Jobportale für Pflegekräfte. Das Unternehmen mit Sitz in Berlin wurde 2019 von Felix Westphal, Lennart Steuer und Masoud Shahryari gegründet und verfolgt das Ziel, mehr Transparenz und Fairness in den Bewerbungsprozess im Pflegesektor zu bringen. Kern des Modells ist ein umgedrehter Bewerbungsprozess: Arbeitgeber bewerben sich bei den Pflegekräften, nicht andersherum. Damit soll die klassische Rollenverteilung aufgebrochen und ein stärkerer Fokus auf die Bedürfnisse der Pflegekräfte gelegt werden. Ergänzend dazu bietet Pflegia Informationen zu Gehältern, Arbeitszeiten und weiteren Bedingungen, um die Vergleichbarkeit und Entscheidungsfindung für Bewerbende zu erleichtern. Das Unternehmen setzt auf eine erfolgsbasierte Preisstruktur für Arbeitgeber und kombiniert technische Automatisierung – etwa durch KI-gestützte Lebenslaufverarbeitung – mit persönlicher Begleitung auf beiden Seiten des Marktplatzes. Monatlich vermittelt Pflegia derzeit rund 1.000 Pflegekräfte an Einrichtungen im gesamten Bundesgebiet. Aktuell nutzen über 700.000 Pflegekräfte und rund 7.500 Arbeitgeber die Plattform, auf der etwa 30.000 offene Stellen ausgeschrieben sind.

 
Pia Senkel
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