Berlin, 12. März 2026 – Die meisten Pflegekräfte fehlen in Berlin. In Relation zur Einwohnerzahl ist der Bedarf an Pflegepersonal allerdings in Braunschweig am höchsten. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung der Jobplattform Pflegia (www.pflegia.com). Pflegia hat die Anzahl der offenen Stellenanzeigen in den 30 größten Städten Deutschlands ermittelt und ins Verhältnis zur Zahl der dort ansässigen Menschen gesetzt. Dabei zeigt sich, dass der Mangel in den größten Städten im Verhältnis zur Bevölkerung geringer ausfällt. Dies ergab eine Analyse von über 9.000 Stellenanzeigen.
Hauptstadt mit dem größten Angebot an offenen Stellen
Die größte Auswahl an offenen Stellenausschreibungen im Pflegebereich haben Bewerber:innen in den Großstädten. Im Ranking der absoluten Anzahl an Pflegestellen sind die Metropolen erwartungsgemäß an der Spitze: Berlin landet auf dem ersten Platz mit insgesamt 1.242 freien Pflegestellen, gefolgt von München (437) und Hamburg (418). Der vierte Platz wird hier wider Erwarten nicht von der viertgrößten Stadt Deutschlands Köln (248) belegt, sondern von Essen mit 263 freien Stellen. Am unteren Ende des Rankings der absoluten Stellen liegen Wiesbaden, Mannheim und Chemnitz mit jeweils 73, 90 und 99 Stellenangeboten.
Braunschweig mit der geringsten Arbeitskräftedichte
Ein Blick auf die Arbeitskräftedichte zeigt, wie stark einzelne Städte unter dem Mangel an Pflegekräften leiden. Braunschweig ist nach Hannover die zweitgrößte Stadt Niedersachsens und erreichte im Ranking mit 98 freien Pflegestellen pro 100.000 Einwohner:innen den Spitzenplatz im Ranking. Mit deutlichem Abstand folgen Bonn und Essen auf Platz zwei und drei mit jeweils 67 und 62 freien Stellen im Verhältnis. Am unteren Ende der Auswertung ist der Bedarf deutlich geringer. Die letzten Plätze im Ranking belegen Hamburg, Köln und Wiesbaden mit jeweils 22, 24 und 25 freien Stellen pro 100.000 Einwohner:innen. Als eine der kleinsten Städte im Ranking fällt hier Wiesbaden besonders auf. Städte mit vergleichbarer Bevölkerung wie zum Beispiel Gelsenkirchen oder Augsburg haben meist deutlich mehr offene Stellen (142 und 153 freie Stellen pro 100.000 Einwohner:innen).
In Deutschlands größten Städten finden sich im Verhältnis zur Bevölkerung am wenigsten freie Stellen für Pflegefachkräfte. Das Schlusslicht bildet dabei Hamburg mit einer Anzahl von 22 Stellenanzeigen pro 100.000 Einwohner:innen, knapp hinter Köln mit 24 Angeboten. Die beiden anderen Millionenstädte Berlin und München belegen mit 34 und 29 freien Stellen im Ranking jeweils die Plätze 24 und 26.
„Unsere Analyse zeigt, dass der Fachkräftemangel in der Pflege kein abstraktes, bundesweites Phänomen ist, sondern stark von regionalen Faktoren abhängt.“ warnt Felix Westphal, Gründer von Pflegia. „Besonders mittelgroße Städte wie Bonn, Braunschweig oder Essen in dicht bevölkerten Regionen stehen unter Druck. In den Metropolen ist der Mangel in absoluten Zahlen zwar groß, im Verhältnis zur Bevölkerung jedoch gering. Dies kann auf eine stärkere Versorgungsdichte, bessere Infrastruktur oder attraktivere Arbeitsbedingungen hindeuten. Genau hier müssen Politik, Träger und Einrichtungen ansetzen, um Pflegeberufe auch außerhalb der großen Städte attraktiver zu machen.”
Die gesamte Untersuchung inkl. Grafiken zu journalisten Verwendung sind unter folgendem Link zu finden:
https://www.pflegia.de/magazin/article/pflegemangel-in-deutschen-grossstadten-wo-der-bedarf-am-hochsten-ist/
Über die Untersuchung
Die Datengrundlage beruht auf 9.264 Stellenausschreibungen der Bundesagentur für Arbeit im Bereich Pflege für die 30 größten Städte Deutschlands vom 19.01.2026, welche sortiert und weiterverarbeitet wurden. Aufgrund der Vielfalt der Titel der Stellenausschreibungen wurden diese in Gruppen unterteilt.
Pflegia ist eines der führenden Jobportale für Pflegekräfte. Das Unternehmen mit Sitz in Berlin wurde 2019 von Felix Westphal, Lennart Steuer und Masoud Shahryari gegründet und verfolgt das Ziel, mehr Transparenz und Fairness in den Bewerbungsprozess im Pflegesektor zu bringen. Kern des Modells ist ein umgedrehter Bewerbungsprozess: Arbeitgeber bewerben sich bei den Pflegekräften, nicht andersherum. Damit soll die klassische Rollenverteilung aufgebrochen und ein stärkerer Fokus auf die Bedürfnisse der Pflegekräfte gelegt werden. Ergänzend dazu bietet Pflegia Informationen zu Gehältern, Arbeitszeiten und weiteren Bedingungen, um die Vergleichbarkeit und Entscheidungsfindung für Bewerbende zu erleichtern. Das Unternehmen setzt auf eine erfolgsbasierte Preisstruktur für Arbeitgeber und kombiniert technische Automatisierung – etwa durch KI-gestützte Lebenslaufverarbeitung – mit persönlicher Begleitung auf beiden Seiten des Marktplatzes. Monatlich vermittelt Pflegia derzeit rund 1.000 Pflegekräfte an Einrichtungen im gesamten Bundesgebiet. Aktuell nutzen über 700.000 Pflegekräfte und rund 7.500 Arbeitgeber die Plattform, auf der etwa 30.000 offene Stellen ausgeschrieben sind.