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Credit: Marek Studzinski
Berlin, 14. April 2026

Pflege-Gehaltsreport: So viel verdienen Pflegekräfte in Deutschland

Auf einen Blick

  • Aktueller Pflegia-Gehaltsreport analysiert Gehälter in der Pflege nach Region, Position, Berufserfahrung sowie Gehaltserwartungen von Pflegekräften
  • Zwei Städte aus dem Ruhrgebiet führen das Städte-Ranking an
  • Pflegekräfte erwarten deutlich weniger Gehalt, als der Markt tatsächlich bietet

Berlin, 14. April 2026 – Pflegekräfte in Deutschland verdienen im Median rund 4.300 Euro brutto pro Monat. Das zeigt der große Pflege-Gehaltsreport von Pflegia (www.pflegia.de), für den 12.458 Stellenanzeigen aus dem Zeitraum August 2024 bis August 2025 ausgewertet wurden. Die Analyse bietet einen datenbasierten Überblick über die Vergütung in der Pflege und berücksichtigt Unterschiede nach Region, Position, Berufserfahrung sowie Gehaltserwartungen von Pflegekräften.

Stadtstaaten zahlen am meisten, neue Bundesländer liegen hinten
Im Gehaltsniveau zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern. Besonders hohe durchschnittliche Bruttogehälter finden sich in den Stadtstaaten: Berlin (4.273 Euro), Hamburg (4.255 Euro) und Bremen (4.215 Euro) führen das Ranking an. Am unteren Ende der Rangliste liegen vor allem ostdeutsche Flächenländer. So finden sich die  niedrigsten Durchschnittsgehälter in Sachsen-Anhalt (4.063 Euro), Sachsen (4.064 Euro) und Thüringen (4.080 Euro). Insgesamt ist das Ost-West-Gefälle allerdings moderat: Pflegekräfte in den westdeutschen Bundesländern verdienen im Durchschnitt rund 4.185 Euro, während das durchschnittliche Gehalt in den neuen Bundesländern (ohne Berlin) bei etwa 4.089 Euro brutto pro Monat liegt.

In Dortmund und Essen verdienen Pflegekräfte am besten
Die Auswertung der 15 größten deutschen Städte zeigt auch auf Stadtebene deutliche Unterschiede. In Dortmund (4.387 Euro) und Essen (4.279 Euro) verdienen Pflegekräfte im Durchschnitt am meisten. Dahinter folgen Berlin (4.273 Euro) und Stuttgart (4.257 Euro). Am unteren Ende der betrachteten Städte liegen Dresden (4.012 Euro) und Duisburg (4.141 Euro). Überraschend ist zudem, dass auch München (4.029 Euro) trotz deutlich höherer Lebenshaltungskosten zu den Städten mit den niedrigeren Durchschnittsgehältern zählt.

Leitung verdient rund 2.200 Euro mehr als die Pflegehilfskraft
Die Gehälter in der Pflege steigen mit zunehmender Berufserfahrung deutlich. Im ersten bis dritten Berufsjahr liegt das durchschnittliche Monatsgehalt für Pflegehilfskräfte bei 2.871 Euro, für Kinderkrankenpfleger:innen bei rund 3.364 Euro und für examinierte Pflegefachkräfte bei etwa 3.600 Euro. Spezialisierte Rollen wie Hygienefachkräfte (3.800 Euro) oder Stationsleitungen (3.839 Euro) liegen bereits darüber. Mit Führungsverantwortung steigen die Gehälter weiter: Wohnbereichsleitungen verdienen durchschnittlich 4.070 Euro, Pflegedienstleitungen rund 4.400 Euro und Einrichtungsleitungen etwa 5.050 Euro im Monat. Im Durchschnitt über alle Pflegeberufe hinweg liegt das Gehalt im ersten bis dritten Berufsjahr bei 3.874 Euro brutto monatlich. Mit wachsender Berufserfahrung steigt auch dieses Niveau: Nach drei bis acht Jahren liegt der Durchschnitt bei rund 4.082 Euro, nach mehr als acht Jahren bei etwa 4.337 Euro brutto monatlich.

Mehr Spielraum bei Gehaltsverhandlungen für Pflegekräfte
Die Analyse zeigt zudem eine deutliche Lücke zwischen den Gehaltserwartungen von Pflegekräften und den tatsächlich angebotenen Marktgehältern. Während Pflegekräfte im Median mit einem Bruttogehalt von rund 3.700 Euro rechnen, liegt das tatsächliche Marktangebot bei etwa 4.300 Euro. Pflegekräfte unterschätzen ihre Gehaltsaussichten damit um rund 600 Euro pro Monat. Diese Differenz zieht sich durch viele Altersgruppen und Erfahrungsstufen.

„Mit den Anpassungen im TVöD Pflege ab Mai 2026 verbessert sich die Vergütung für viele Pflegekräfte im öffentlichen Dienst. Unsere Auswertung zeigt, dass Pflegekräfte in Deutschland aktuell im Median rund 4.300 Euro brutto pro Monat verdienen. Gleichzeitig unterschätzen viele Pflegekräfte ihre Gehaltsaussichten um etwa 600 Euro monatlich. Mehr Transparenz über Gehälter in der Pflege ist deshalb wichtig. Aus diesem Grund stellt Pflegia im Frühjahr einen Gehaltsrechner zur Verfügung, mit dem Pflegekräfte ihr mögliches Gehalt besser einschätzen können“, sagt Felix Westphal, Geschäftsführer von Pflegia.

Die gesamte Untersuchung inkl. Grafiken zu journalistischer Verwendung sind unter folgendem Link zu finden:
https://www.pflegia.de/magazin/article/pflege-gehaltsreport-so-viel-verdienen-pflegekrafte-in-deutschland/

Über die Untersuchung
Die Ergebnisse des Pflegia Gehaltsreports 2026 basieren auf der Analyse von 12.458 Stellenanzeigen aus ganz Deutschland, die zwischen August 2024 und August 2025 auf Pflegia veröffentlicht wurden. Berücksichtigt wurden ausschließlich Vollzeitstellen mit mindestens 38 Wochenstunden und konkreter Gehaltsangabe.

Sofern nicht anders angegeben, basieren die Gehaltsangaben im Report auf dem Median. Der Median bildet das typische Gehalt ab, da er weniger stark durch besonders hohe oder niedrige Werte beeinflusst wird als der Durchschnitt. Das arithmetische Mittel (Durchschnitt) wird im Report verwendet, wenn Gehälter nach Regionen, Städten oder Einrichtungstypen verglichen werden, um strukturelle Unterschiede zwischen diesen Gruppen sichtbar zu machen.

Ergänzend wurden anonymisierte Daten von 101.482 aktiven Pflegekräften ausgewertet, um Gehaltserwartungen und Jobpräferenzen zu analysieren.

Über Pflegia

Pflegia ist eines der führenden Jobportale für Pflegekräfte. Das Unternehmen mit Sitz in Berlin wurde 2019 von Felix Westphal, Lennart Steuer und Masoud Shahryari gegründet und verfolgt das Ziel, mehr Transparenz und Fairness in den Bewerbungsprozess im Pflegesektor zu bringen. Kern des Modells ist ein umgedrehter Bewerbungsprozess: Arbeitgeber bewerben sich bei den Pflegekräften, nicht andersherum. Damit soll die klassische Rollenverteilung aufgebrochen und ein stärkerer Fokus auf die Bedürfnisse der Pflegekräfte gelegt werden. Ergänzend dazu bietet Pflegia Informationen zu Gehältern, Arbeitszeiten und weiteren Bedingungen, um die Vergleichbarkeit und Entscheidungsfindung für Bewerbende zu erleichtern. Das Unternehmen setzt auf eine erfolgsbasierte Preisstruktur für Arbeitgeber und kombiniert technische Automatisierung – etwa durch KI-gestützte Lebenslaufverarbeitung – mit persönlicher Begleitung auf beiden Seiten des Marktplatzes. Monatlich vermittelt Pflegia derzeit rund 1.000 Pflegekräfte an Einrichtungen im gesamten Bundesgebiet. Aktuell nutzen über 700.000 Pflegekräfte und rund 7.500 Arbeitgeber die Plattform, auf der etwa 30.000 offene Stellen ausgeschrieben sind.

 
Pia Senkel
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