Tonka

Credit: Syed Hussaini
Potsdam, 28. August 2024

Wird Aldi jetzt Dönerverkäufer? Die Marketingstrategie hinter dem Aldi-Döner-Truck

Auf einen Blick

  • Aldi verkauft einen Döner Kebab für zwei Euro
  • Prof. Renata Thiebaut, Expertin für E-Commerce und Marketing, kennt die Bedeutung solcher “Loss-Leader-Angebote” 
  • Ob Aldi den Dönerbuden dauerhaft Konkurrenz machen kann, kommentiert die Expertin 

Potsdam, 28. August 2024 – Der Lebensmittelriese Aldi schickt gerade eine fahrende Dönerbude durch Deutschland. An Bord: Ein klassischer Döner Kebab, wie aus der Dönerbude, zum nostalgischen Preis von zwei Euro. Während Gastronomen das Sonderangebot verurteilen, sieht der Konzern selbst eine gelungene Marketingmaßnahme, um zu zeigen, dass Aldi Preisführer ist und seine Kunden geradezu vor der Inflation “schütze”. Prof. Dr. Renata Thiebaut, Professorin für E-Commerce und Marketing an der Gisma University of Applied Sciences (www.gisma.com), war bereits für Aldi in China tätig, um den Konzern bei der Umsetzung seiner E-Commerce-Strategie zu unterstützen. Sie weiß, dass Aldi den Dönerbuden langfristig keine Konkurrenz machen wird und dass die “Döner-Strategie” des Lebensmittelriesen auch fehlschlagen kann.

Kurzfristige Aufmerksamkeit vs. langfristiges Risiko?
Die Professorin fährt fort: “Ob die 2-Euro-Döner-Aktion von Aldi ein gelungenes Marketinginstrument ist, hängt von den Zielen ab, die Aldi damit verfolgt. Kurzfristig könnte die Aktion erfolgreich sein, da sie eine hohe Aufmerksamkeit generiert hat, wie an den zahlreichen Medienberichten erkennbar wird. Potenziell könnte der Stunt auch mehr Kunden in die Filialen ziehen. Er schafft Gesprächsstoff und erhöht die Markenpräsenz, was in einem wettbewerbsintensiven Markt von Vorteil ist. Langfristig jedoch könnte der Erfolg begrenzt sein, da die Aktion nicht nachhaltig ist und wenig dazu beiträgt, dauerhafte Kundenloyalität aufzubauen. Zudem riskiert Aldi, das Image eines Billiganbieters zu verstärken, was nicht unbedingt mit einer hohen Qualität assoziiert wird. Außerdem könnte diese Aktion unsolidarisch wirken, da die meisten Gastronomen ihren Döner nicht so günstig anbieten können wie Aldi. Wenn der Discounter so, laut eigener Aussage, als Preisführer auftreten möchte, könnte das von Gastronomen und ihren Stammgästen auch vielmehr wie aggressiv verdrängende Preispolitik wahrgenommen werden, wie manche Gastronomen bereits geäußert haben.”

Über Prof. Dr. Renata Thiebaut
Prof. Dr. Renata Thiébaut ist Professorin für Marketing an der Gisma University of Applied Sciences. Als Expertin für E-Commerce, digitales Marketing und Digitalisierung hat sie im privaten und öffentlichen Sektor, bei Unternehmen wie Alibaba, Tencent und den Vereinten Nationen, in mehreren Ländern und Kontinenten gearbeitet. Von 2018 bis 2020 arbeitete Prof. Thiébaut als Forscherin an der Harvard University. Die Gisma-Professorin hat einen ähnlich internationalen Bildungsweg hinter sich: einen Bachelor-Abschluss in Brasilien, gefolgt von einem MA und einem PhD während ihrer Zeit in China. Ihre Expertise in den Bereichen E-Commerce, Live-Commerce, digitale Strategie und Transformation in multinationalen Teams ist wegweisend für die Zukunft des Marketings.

Über Gisma University of Applied Sciences

Die Gisma University of Applied Sciences ist eine staatlich anerkannte private Hochschule mit Standorten in Potsdam und Berlin. Studierende und Lehrende aus mehr als 90 Nationen bringen globale Perspektiven in die Programme in Management, Leadership, Data Sciences, Künstliche Intelligenz und Software Engineering ein. Die Lehre verbindet akademische Forschung mit Praxiserfahrungen von Führungskräften und Unternehmer*innen. Ziel der Hochschule ist es, Studierende auf die Managementpraxis in einer komplexen, sich wandelnden Welt vorzubereiten und Impulse für Wirtschaft und Gesellschaft zu setzen.Die Gisma pflegt aktive Karrierepartnerschaften mit führenden Unternehmen wie Zalando, eBay, SAP sowie Amazon und ist Mitglied der SAP University Alliances. Pro Jahr trägt sie rund 126,5 Millionen Euro zur Wirtschaftsleistung in Berlin-Brandenburg bei (BSIS). Über 74 Prozent der Absolvent*innen bleiben in der Region, und mehr als 15 von Studierenden und Alumni gegründete Start-ups haben bislang über 120 Arbeitsplätze geschaffen.Im Jahr 2025 wurde die Gisma als eine von nur zwei Hochschulen in Deutschland mit dem renommierten BSIS Impact Label der EFMD ausgezeichnet, das ihre messbare gesellschaftliche, wirtschaftliche und akademische Wirkung bestätigt. Alle Studiengänge sind staatlich anerkannt und durch die FIBAA sowie den Akkreditierungsrat akkreditiert. Die Gisma ist Teil der GUS Germany GmbH (GGG), einem Netzwerk von Hochschuleinrichtungen mit mehr als 18.000 Studierenden in Deutschland, Europa und weltweit. www.gisma.com | www.gusgermany.com

 
Julia Fiechtner
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