Kiel, 24. Juli 2026 – Die geplante Frühstart-Rente sieht vor, dass der Staat ab einem bestimmten Zeitpunkt monatlich zehn Euro in ein Altersvorsorgekonto für Kinder einzahlt. Wie dieses Modell bei den Eltern selbst ankommt, hat die Finanzberatung Invest4Kids (invest4kids.de) in einer Umfrage unter 2.400 Eltern untersucht. Das Ergebnis: Nur eine Minderheit hält den Betrag für ausreichend, die Verteilung nach Geburtsjahr sorgt für Unmut, und die wenigsten Eltern wissen genau, wie das Modell funktioniert.
72,6 Prozent zweifeln am Nutzen der zehn Euro monatlich
Knapp 40 Prozent der Eltern lehnen den monatlichen Beitrag von zehn Euro klar ab und halten ihn für zu gering, weitere 33 Prozent äußern deutliche Zweifel an seiner Wirkung. In Summe glauben damit 72,6 Prozent nicht, dass die Förderung ihrem Kind später spürbar beim Vermögensaufbau hilft. Nur 27,5 Prozent sehen in dem Betrag einen relevanten Nutzen. Für ein Modell, dessen zentrales Versprechen der langfristige Vermögensaufbau ist, ist das ein schwacher Wert.
88,6 Prozent halten die Kopplung an das Geburtsjahr für ungerecht
Am kritischsten bewerten die befragten Eltern die Verteilungswirkung der Frühstart-Rente. 88,6 Prozent empfinden es als ungerecht oder sehr ungerecht, dass Kinder je nach Geburtsjahr profitieren, während ältere oder jüngere Geschwister leer ausgehen. Für viele Familien bedeutet das: Ob ein Kind gefördert wird, hängt vom Zufall des Geburtsjahrs ab, nicht von Bedürftigkeit oder Chancengleichheit.
Nur 10,6 Prozent verstehen das Modell im Detail
Auch bei der Verständlichkeit schneidet die Frühstart-Rente schlecht ab. Lediglich 10,6 Prozent der Eltern geben an, genau zu wissen, wie das Modell funktioniert und wie es beantragt wird. 56,5 Prozent verneinen dies klar, weitere 32,9 Prozent verstehen die Regelungen nur teilweise. Bei einem staatlichen Instrument, das potenziell Millionen Familien betrifft, ist das ein bemerkenswert niedriger Wert.
Grundidee findet Zustimmung, Umsetzung nicht
85 Prozent der Eltern halten eine staatliche Vorsorge für Kinder grundsätzlich für sinnvoll. Die konkrete Ausgestaltung bewerten jedoch nur 29,6 Prozent als „sehr gut“. Der Rest sieht deutlichen Verbesserungsbedarf oder lehnt das Modell in der aktuellen Form ab.
Gefragt nach Alternativen, würden sich nur 15,9 Prozent bewusst für das Modell mit monatlich zehn Euro entscheiden. 21 Prozent bevorzugen stattdessen eine Einmalzahlung von 1.000 Euro zur Geburt mit langfristiger Anlage. Die größte Gruppe – 58,1 Prozent – spricht sich für eine Kombination aus staatlichem Startkapital und laufender Förderung aus. Ein früherer Einstieg und ein stärkerer Zinseszinseffekt scheinen den Eltern wichtiger als die reine Höhe des monatlichen Betrags.
Was sich Eltern konkret wünschen
In den offenen Antworten der Umfrage nennen Eltern mehrere wiederkehrende Verbesserungsvorschläge: einen Start der Förderung bereits ab Geburt, eine höhere Förderhöhe, eine automatische Auszahlung ohne separaten Antrag, eine Anlage des Geldes am Kapitalmarkt statt auf einem Sparkonto sowie eine Verknüpfung mit finanzieller Bildung für Eltern und Kinder. Häufig genannt werden zudem eine Kopplung an das bestehende Kindergeld und eine feste Zweckbindung des Kapitals bis zum Rentenalter.
Über die Umfrage
Für die Untersuchung befragte Invest4Kids 2.400 Eltern in Deutschland zu ihrer Einschätzung der geplanten Frühstart-Rente, unter anderem zu deren Wirkung, Fairness, Verständlichkeit und möglichen Alternativmodellen.
Die Invest4Kids GmbH mit Sitz in Kiel ist ein auf Investment- und Vorsorgelösungen für Kinder und Familien spezialisiertes Finanzberatungsunternehmen. Invest4Kids bietet Eltern eine persönliche und individuelle Beratung, umfassenden Service sowie laufende Betreuung bei der Entwicklung und Umsetzung langfristiger Anlagestrategien für ihre Kinder. Dabei unterstützt das Unternehmen bei der Auswahl kapitalmarktorientierter Investmentlösungen und vermittelt verständliche Finanzbildung, transparente Entscheidungsgrundlagen sowie eine frühzeitige und strukturierte Vermögensplanung für die finanzielle Zukunft der Kinder.
Invest4Kids wurde 2020 von Bogdan Jakuschenko gegründet und beschäftigt derzeit 40 Mitarbeitende.