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Kiel, 20. August 2026

Schülerticket-Analyse: Hier ist der ÖPNV für Schüler:innen am günstigsten

Auf einen Blick

  • Das Finanzberatungsunternehmen Invest4Kids vergleicht die monatlichen Kosten von Schülertickets in den 30 größten Städten Deutschlands. 
  • In Berlin ist das Schülerticket kostenlos, in Hamburg erhalten Schüler:innen das Deutschlandticket gratis.
  • Das SchokoTicket und das Schülerticket im Rheinlandtarif in Nordrhein-Westfalen sind mit 47,25 Euro für Selbstzahler:innen die teuersten Schultickets

Kiel, 20.08.2026 In Berlin und Hamburg fahren Schüler:innen kostenlos zur Schule. In nordrhein-westfälischen Städten zahlen Selbstzahler:innen 47,25 Euro, wenn sie keine Freifahrtberechtigung und dementsprechend keinen Anspruch auf einen Zuschuss haben. Außerdem entscheiden die Schulträger, ob ein regionales Verbundticket oder das Deutschlandticket Schule angeboten wird. Dies zeigt eine aktuelle Untersuchung von Invest4Kids (www.invest4kids.de), einer auf den langfristigen Vermögensaufbau für Kinder spezialisierten Finanzberatung.

Berlin und Hamburg befördern Schüler:innen kostenfrei zur Schule
Berlin und Hamburg bieten Schüler:innen den Nahverkehr kostenlos an. Während Berliner Schüler:innen mit ihrem Schülerticket aber nur im Berliner Stadtgebiet (AB-Tarif) fahren dürfen, erhalten Hamburger Schüler:innen das Deutschlandticket Schule und können damit deutschlandweit gratis im Nahverkehr fahren.

Den zweiten Platz im Ranking der günstigsten Angebote teilen sich vier Städte: In Chemnitz, Dresden und Leipzig stehen Schüler:innen das sächsische BildungsTicket zur Verfügung, in Wiesbaden gibt es das Schülerticket Hessen WI15. Beide Ticketarten kosten jeweils 15 Euro pro Monat. Während die Schüler:innen in Sachsen damit nur in dem jeweiligen Verkehrsverbund reisen dürfen, können die Schüler:innen in Wiesbaden mit ihrem Schülerticket in ganz Hessen fahren. Eine vergünstigte Deutschlandticket-Option steht den Schüler:innen in den vier Städten nicht zur Verfügung.

Den dritten Platz belegt Hannover mit einem monatlichen Ticketpreis von 18 Euro. Das Ticket gilt sowohl in Hannover selbst als auch in den umliegenden Städten und Gemeinden der Region. Für 35,40 Euro im Monat haben Schüler:innen mit Hauptwohnsitz in Hannover die Möglichkeit, mit dem Deutschlandticket Hannover Jugend die öffentlichen Verkehrsmittel in ganz Deutschland zu nutzen.

Schülerticket in NRW ist das teuerste in Deutschland
Die teuersten Schülertickets in Deutschland gibt es im Ruhrgebiet und im Rheinland. Das SchokoTicket in Bochum, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Gelsenkirchen, Mönchengladbach und Wuppertal bzw. das Schülerticket im Rheinlandtarif in Aachen kostet 47,25 Euro im Monat. Hier gilt zu beachten: Schüler:innen, die einen weiten Schulweg zur nächstgelegenen Schule haben – in der Grundschule über zwei Kilometer pro Strecke, in der Sekundarstufe 1 über 3,5 Kilometer und in der Sekundarstufe 2 über fünf Kilometer – können eine Freifahrberechtigung bekommen und zahlen nur einen geringen Eigenanteil. Als Alternative gibt es in den Städten an einigen Schulen für 43 Euro das Deutschlandticket Schule. Ob das Deutschlandticket Schule angeboten wird, entscheiden die Schulträger individuell.

Auf Platz zwei der teuersten Angebote landet Frankfurt mit dem Schülerticket Hessen, das wie in Wiesbaden im gesamten Bundesland verfügbar ist. Für nicht-anspruchsberechtige Schüler:innen werden bei jährlicher Abbuchung 398 Euro – also rund 33,17 Euro pro Monat – fällig. Bei monatlicher Abbuchung kostet das Ticket 33,80 Euro. Den dritten Platz des Negativ-Rankings belegt Bielefeld mit der SchülerCard Bielefeld. Für das Ticket, das ausschließlich in Bielefeld gültig ist, zahlen Eltern von nicht-anspruchsberechtigen Schüler:innen 31,80 Euro.

Städte überarbeiten ihr Ticketangebot
Die Tarifbestimmungen und Ticketangebote können sich jederzeit ändern. In Bielefeld und anderen Landkreisen in der Region wird derzeit das SchülerTicket Westfalen Rahmen eines Pilotprojekts angeboten. Schulen im gesamten WestfalenTarif können an dem Projekt teilnehmen. Schüler:innen an diesen Schulen erhalten die Tickets aktuell komplett kostenlos. Später soll das Ticket für nicht-anspruchsberechtige Schüler:innen 40,40 Euro kosten.

Die Stadt Köln beispielsweise hat zum 1. August 2026 das Deutschlandticket Schule an städtischen weiterführenden Schulen wieder abgeschafft und stattdessen das Schülerticket Rheinlandtarif als Subventionsmodell eingeführt. Das neue Schülerticket in Köln kostet 30,20 Euro pro Monat und gilt im gesamten Rheinlandnetz. Auch hier gilt wie in den anderen nordrhein-westfälischen Städten: Wer weiter weg wohnt, erhält einen Zuschuss. 

„Das Deutschlandticket Schule gehört zu den besten verkehrspolitischen Entscheidungen der letzten Jahre für Familien. In Hamburg fahren Schulkinder damit komplett kostenfrei, in den meisten anderen Regionen liegt der Preis zwischen 35 und 45 Euro im Monat und bleibt angesichts der bundesweiten Gültigkeit trotzdem günstig. Wer bedenkt, dass ein einziges Ticket auch für Fahrten zu Großeltern, Freund:innen oder spontane Städtetrips quer durch Deutschland reicht, erkennt schnell den finanziellen Vorteil für die ganze Familie.

Trotzdem sollten Eltern die Gesamtkosten über die Jahre nicht unterschätzen. In Chemnitz kostet das BildungsTicket derzeit 15 Euro im Monat, über eine Schullaufbahn von 13 Jahren kommen so rund 2.340 Euro zusammen. Im Ruhrgebiet zahlen Eltern für das SchokoTicket ohne Ermäßigung 47,25 Euro im Monat, das sind im gleichen Zeitraum etwa 7.371 Euro, mehr als das Dreifache der Chemnitzer Summe. Deshalb lohnt sich für Eltern ein genauer Blick auf mögliche Zuschüsse, denn diese hängen häufig von der Entfernung zur Schule und der Anzahl der Kinder ab. Beim SchokoTicket sinkt der monatliche Preis je nach Distanz zur Schule auf bis zu 14 Euro für das erste Kind, für Geschwisterkinder gelten noch niedrigere Sätze. Wer sich frühzeitig bei der Schule oder dem Verkehrsverbund informiert, kann über die gesamte Schulzeit einen spürbaren Teil der Kosten einsparen.“

Über Invest4Kids

Die Invest4Kids GmbH mit Sitz in Kiel ist ein auf Investment- und Vorsorgelösungen für Kinder und Familien spezialisiertes Finanzberatungsunternehmen. Invest4Kids bietet Eltern eine persönliche und individuelle Beratung, umfassenden Service sowie laufende Betreuung bei der Entwicklung und Umsetzung langfristiger Anlagestrategien für ihre Kinder. Dabei unterstützt das Unternehmen bei der Auswahl kapitalmarktorientierter Investmentlösungen und vermittelt verständliche Finanzbildung, transparente Entscheidungsgrundlagen sowie eine frühzeitige und strukturierte Vermögensplanung für die finanzielle Zukunft der Kinder.

Invest4Kids wurde 2020 von Bogdan Jakuschenko gegründet und beschäftigt derzeit 40 Mitarbeitende.

 
Gonca Herdem
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