Tonka

Credit: Amy Hirschi
Potsdam, 07. Oktober 2025

Deutschland, deine Oberbürgermeister*innen: männlich, CDU und 134.000 Euro Mindestgehalt!

Auf einen Blick

  • In deutschen Rathäusern dominieren Männer deutlich: 90 Prozent der Oberbürgermeister*innen sind männlich, im Durchschnitt 54 Jahre alt, die Jüngsten kaum über 30
  • Politisch prägen die traditionellen Parteien das Bild: CDU, SPD und Parteilose stellen zusammen über drei Viertel aller Rathausspitzen, kleinere Parteien bleiben Ausnahmen
  • Finanziell bewegen sich die Spitzenämter in einem klaren Rahmen: Die Mindestgehälter reichen von knapp 92.000 bis fast 196.000 Euro, im Schnitt verdienen Oberbürgermeister*innen 133.600 Euro jährlich

Potsdam, 7. Oktober 2025 – Nach den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen bleibt das bundesweite Bild in deutschen Rathäusern weitgehend stabil:  Wer steht an der Spitze, welche Parteien dominieren und welche finanziellen Rahmenbedingungen gelten? Eine umfassende Untersuchung der Gisma University of Applied Sciences (www.gisma.com) liefert nun eine detaillierte Antwort: Die Oberbürgermeister*innen in Deutschland sind überwiegend männlich, gehören meist CDU, SPD oder keiner Partei an und erhalten im Durchschnitt ein festgelegtes Mindestgehalt von rund 134.000 Euro im Jahr.

Parteienlandschaft: CDU knapp vor SPD und Parteilosen
Im politischen Vergleich zeigt sich ein enges Rennen an der Spitze: Die CDU stellt aktuell 27,3 Prozent der Oberbürgermeister*innen, knapp dahinter folgen parteilos Gewählte (26,4 Prozent) und die SPD (26,1 Prozent). Zusammen decken diese drei Gruppen mehr als drei Viertel des Führungspersonals aller Rathäuser ab. Die CSU liegt bei 7,5 Prozent, die Grünen stellen 3,3 Prozent, FDP und verschiedene kommunale Wählervereinigungen bewegen sich im Bereich von ein bis zwei Prozent.
Dieses Bild verdeutlicht: Kommunalpolitik ist stark von traditionellen Parteien geprägt, gleichwohl haben unabhängige Kandidat*innen eine starke Stellung.

Ein klar männlich geprägtes Amt
Noch deutlicher als die parteipolitische Zusammensetzung fällt das Geschlechterverhältnis aus. Von den 333 erfassten Rathausspitzen sind 300 männlich (90,1 Prozent) und nur 33 weiblich (9,9 Prozent).

Das Durchschnittsalter der Oberbürgermeister*innen liegt bei 53,7 Jahren (Median 54 Jahre). Der Jüngste im Amt ist Jan Rothenbacher (Memmingen, 33 Jahre), der Älteste Hubert Schnurr (Bühl, 70 Jahre).

Gehälter: Einheitlicher Rahmen mit Spielräumen
Die Vergütung der Rathausspitzen basiert grundsätzlich auf den Landesbesoldungstabellen. Maßgeblich ist in erster Linie die Einwohnerzahl, die die Zuordnung zu einer Besoldungsgruppe bestimmt. Die Mindestbezüge variieren dadurch zwischen 91.802 Euro und 195.569 Euro pro Jahr. Im Durchschnitt liegt das Mindestgehalt bei 133.606 Euro jährlich (Median: 133.114 Euro).
Allerdings zeigt sich, dass die Praxis nicht in allen Bundesländern identisch ist: Je nach landesrechtlicher Regelung und Größe der Stadt können Abweichungen entstehen, etwa durch unterschiedliche Einstufungen oder zusätzliche Aufwandsentschädigungen. Damit bleibt das Amt zwar in einem formal klar geregelten Rahmen, weist in der konkreten Umsetzung aber dennoch Unterschiede auf.

Amtszeiten und Erneuerung
Die durchschnittliche Amtszeit beträgt derzeit rund 8,2 Jahre, der Median liegt bei 6 Jahren. Seit 2021 wurden 104 Oberbürgermeister*innen (31,2 Prozent) neu ins Amt gewählt, seit 2020 sind es sogar 143 Personen (42,9 Prozent).
Ein Blick nach Parteien zeigt deutliche Unterschiede: CSU-Oberbürgermeister*innen sind mit durchschnittlich über acht Jahren am längsten im Amt. CDU, SPD und Parteilose liegen im Bereich von sechs bis sieben Jahren. Deutlich kürzer fallen die Amtszeiten bei den Grünen (ø 5 Jahre) und besonders bei der Linken (ø 2 Jahre) aus.
Unterschiede finden sich vor allem bei Alter und Amtszeit, von jungen Amtsinhabern Anfang 30 bis zu etablierten Rathauschefs mit bis zu 30 Dienstjahren.

Typische Namen an der Rathausspitze
Neben Geschlecht, Alter und Parteizugehörigkeit fällt auch bei den Vornamen ein klares Muster auf: Häufig vertreten sind klassische Männernamen wie Thomas (15), Michael (12), Frank (11) und Jürgen (8).Auch Namen wie Christian, Martin oder Uwe tauchen mehrfach auf. Frauen sind mit 33 Oberbürgermeisterinnen deutlich in der Minderheit. Unter ihnen finden sich Vornamen wie Claudia (2), Katja (2) oder Katrin (2), die jeweils nur vereinzelt auftreten.
Vornamen mit internationalem Bezug sind insgesamt selten. Beispiele sind etwa Belit, Claudio oder Ignazio, sie machen nur einen Bruchteil der 333 Rathausspitzen aus. 

„Über den offensichtlichen Ruf nach mehr Geschlechter- und Generationenvielfalt hinaus liegt die eigentliche Chance darin, neu zu überdenken, wie die Führungslaufbahnen für diese Ämter entstehen. So könnten etwa strukturierte Talentprogramme, die Fachkräfte aus nichtpolitischen Bereichen wie Technologie, Sozialunternehmertum oder Nachhaltigkeit gezielt auf die Übernahme von Bürgermeisterämtern vorbereiten, die Ideenvielfalt auf kommunaler Ebene erheblich bereichern. Ebenso würde das Experimentieren mit länderübergreifenden Austauschprogrammen, bei denen potenzielle Führungskräfte von urbanen Governance Modellen im Ausland lernen, dringend benötigte Innovationen in die deutsche Kommunalpolitik bringen.
Kurz gesagt: Die Herausforderung besteht nicht nur darin, wer gewählt wird, sondern auch darin, wie wir den Kreis derjenigen systematisch erweitern, die überhaupt eine Kandidatur in Erwägung ziehen. Nur wenn wir diese Zugangswege neu gestalten, kann Deutschland sicherstellen, dass seine Städte von Persönlichkeiten geführt werden, die die Komplexität, Vielfalt und Dynamik der Gesellschaft wirklich widerspiegeln“, sagt Prof. Dr. Sara Ravan Ramzani, Head of Business Department und Professorin für Research and Quantitative Methods an der Gisma University of Applied Sciences.

Methodik
Für die Analyse hat die Gisma University of Applied Sciences 333 Oberbürgermeister*innen in Deutschland untersucht. Erfasst wurden Geschlecht, Geburtsjahr, Amtsantritt, Parteizugehörigkeit sowie Mindestbezüge gemäß den Landesbesoldungstabellen 2025. Die Gehälter wurden auf Jahresbasis berechnet; Nebeneinkünfte oder zusätzliche Zulagen sind nicht berücksichtigt. Altersangaben beziehen sich auf das Jahr 2025.

Über Gisma University of Applied Sciences

Die Gisma University of Applied Sciences ist eine staatlich anerkannte private Hochschule mit Standorten in Potsdam und Berlin. Studierende und Lehrende aus mehr als 90 Nationen bringen globale Perspektiven in die Programme in Management, Leadership, Data Sciences, Künstliche Intelligenz und Software Engineering ein. Die Lehre verbindet akademische Forschung mit Praxiserfahrungen von Führungskräften und Unternehmer*innen. Ziel der Hochschule ist es, Studierende auf die Managementpraxis in einer komplexen, sich wandelnden Welt vorzubereiten und Impulse für Wirtschaft und Gesellschaft zu setzen.Die Gisma pflegt aktive Karrierepartnerschaften mit führenden Unternehmen wie Zalando, eBay, SAP sowie Amazon und ist Mitglied der SAP University Alliances. Pro Jahr trägt sie rund 126,5 Millionen Euro zur Wirtschaftsleistung in Berlin-Brandenburg bei (BSIS). Über 74 Prozent der Absolvent*innen bleiben in der Region, und mehr als 15 von Studierenden und Alumni gegründete Start-ups haben bislang über 120 Arbeitsplätze geschaffen.Im Jahr 2025 wurde die Gisma als eine von nur zwei Hochschulen in Deutschland mit dem renommierten BSIS Impact Label der EFMD ausgezeichnet, das ihre messbare gesellschaftliche, wirtschaftliche und akademische Wirkung bestätigt. Alle Studiengänge sind staatlich anerkannt und durch die FIBAA sowie den Akkreditierungsrat akkreditiert. Die Gisma ist Teil der GUS Germany GmbH (GGG), einem Netzwerk von Hochschuleinrichtungen mit mehr als 18.000 Studierenden in Deutschland, Europa und weltweit. www.gisma.com | www.gusgermany.com

 
Julia Fiechtner
Pressekontakt
+4930403668109
julia.fiechtner@tonka-pr.com

Bildmaterial zu Gisma University of Applied Sciences

Wenn Sie Medienmaterial in höherer Auflösung benötigen, wenden Sie sich bitte an den oben genannten Pressekontakt.