Tonka

Credit: Vitaly Gariev
Berlin, 22. September 2026

Umfrage unter internationalen Studierenden: Neue Kontakte entstehen vor allem im direkten Umfeld statt online

Auf einen Blick

  • HousingAnywhere hat internationale Studierende dazu befragt, wie sie im Ausland neue Kontakte knüpfen 
  • Rund 44 Prozent der internationalen Studierenden in Deutschland nennen das universitäre Umfeld sowie Teilzeitjobs und Praktika als Kontaktmöglichkeiten 
  • Cafés, Bars und Nachtleben werden von Befragten mit Ziel Deutschland im europäischen Vergleich am seltensten genannt

Berlin, 22. September 2026 – Laut dem Deutschen Akademischen Austauschdienst waren rund 420.000 internationale Studierende im Wintersemester 2025/2026 an deutschen Hochschulen eingeschrieben. Rund 100.000 internationale Studierende beginnen derzeit jährlich neu ein Studium in Deutschland. Die Studierenden-Mietplattform HousingAnywhere (www.housinganywhere.com) hat mehr als 680 Studierende in Europa befragt, um herauszufinden, wie sie im Ausland Freunde finden und sich ein neues Netzwerk aufbauen. 20 Prozent von ihnen waren auf der Suche nach einer Unterkunft in Deutschland oder hatten diese bereits gefunden. Dabei wurde zwischen den Plänen vor dem Umzug und tatsächlichen Erfahrungen unterschieden.

Echte Begegnungen statt Social Media und Apps
Unter allen Befragten, die einen Umzug nach Deutschland geplant hatten, gab der Großteil an, neue Freunde über Hochschulvereine und Studierendenverbände finden zu wollen (73,9 Prozent). Auf Platz zwei landeten Sportvereine und Fitnessstudios (33,7 Prozent) sowie der Kontakt zu Mitbewohner:innen (31,5 Prozent) auf Platz drei, gefolgt von Teilzeitjobs oder Praktika (30,4 Prozent) und Bars, Cafés sowie dem Nachtleben vor Ort (22,8 Prozent). Online-Angebote wie Freundschafts- und Datingapps (7,6 Prozent) sowie Online-Gruppen (6,5 Prozent) wurden dagegen nur selten eingeplant.

Die Angaben der bereits nach Deutschland umgezogenen Befragten zeigen, wie sie im Gegensatz dazu tatsächlich neue Bekanntschaften geschlossen haben. Über  Hochschulvereine und Studierendenverbände (43,5 Prozent), Teilzeitjobs und Praktika (43,5 Prozent) sowie Mitbewohner:innen (34,8 Prozent) wurden am häufigsten neue Kontakte geknüpft. Darauf folgen Begegnungen über Freunde von Freunden oder Familie (26,1 Prozent) und mit Nachbar:innen (19,6 Prozent). Über Freundschafts- und Dating-Apps (17,4 Prozent) sowie Online-Gruppen (13,0 Prozent) wurden in der Realität etwas häufiger Freunde gefunden als im Vorfeld geplant.

Europäischer Vergleich: Partys und Nachtleben in Deutschland am wenigsten relevant
Auch im internationalen Vergleich stehen Kontakte über das universitäre Umfeld an erster Stelle. Insgesamt 65,3 Prozent aller 686 Befragten nennen Universitäten als Ort zum Knüpfen neuer Kontakte. Darunter fielen sowohl diejenigen, die bereits umgezogen sind, als auch solche, die ihren Umzug noch geplant haben. Der Kontakt zu Mitbewohner:innen landete auf dem zweiten Platz (45,8 Prozent). Dahinter folgen Cafés, Bars und das Nachtleben (27,8 Prozent). Insbesondere von Befragten mit dem Ziel Deutschland wurde diese Kategorie im europäischen Vergleich allerdings am seltensten genannt (18,8 Prozent). Dafür stehen hierzulande die Kontakte über Teilzeitjobs und Praktika am höchsten im Kurs (34,8 Prozent im Gegensatz zum europäischen Durchschnitt von 25,7 Prozent).

Studierende, die in die Niederlande ziehen möchten oder bereits umgezogen sind, haben die Universitäten am häufigsten angegeben (71,5 Prozent). Studierende mit dem Ziel Italien fokussieren sich dagegen am stärksten auf Kontakte zu ihren Mitbewohner:innen, während internationale Studierende in Spanien Fitnessstudios (31,0 Prozent) präferieren. 

Antonio Intini, CEO von HousingAnywhere, sagt:
„Allein zwischen Mai und August haben wir 15.000 Studierenden dabei geholfen, eine neue Unterkunft für dieses Studienjahr zu finden. Viele von ihnen ziehen diesen Monat ein. Doch eine passende Wohnung ist erst der Anfang. Für internationale Studierende geht es auch darum, sich in einer neuen Stadt einzuleben und ein soziales Umfeld aufzubauen. Mithilfe unserer Umfrage wollten wir besser verstehen, wie Studierende neue Freundeskreise aufbauen. Die Ergebnisse zeigen, dass Universitätsnetzwerke und das Zusammenleben mit Mitbewohner:innen dabei eine größere Rolle spielen als Online-Gruppen und Apps.“

Über die Untersuchung:
Im Juli 2026 befragte HousingAnywhere 686 internationale Studierende, die kürzlich die Plattform genutzt haben, um eine Unterkunft in Europa zu suchen. Alle Befragten waren derzeitige Studierende oder Absolventen der letzten sechs Monate im Alter von 18 bis 30 Jahren. Nach Alter aufgeschlüsselt waren 40 % zwischen 18 und 21, 41 % zwischen 22 und 25 und 19 % zwischen 26 und 30 Jahre alt.
Die Befragten befanden sich in unterschiedlichen Phasen der Wohnungssuche: 30 % waren noch auf der Suche nach einer Unterkunft, 44 % hatten eine Unterkunft gefunden, waren aber noch nicht eingezogen, 24 % waren bereits eingezogen und 3 % hatten ihre Pläne geändert.
Die Befragten suchten nach einer Unterkunft oder hatten eine gefunden in Spanien (23 %), Italien (22 %), Deutschland (20 %), den Niederlanden (18 %), Frankreich (4 %) und anderen europäischen Ländern (13 %). Nach Herkunft stammten 56 % der Befragten aus Europa und 43 % aus Ländern außerhalb Europas (insbesondere aus Asien, dem Nahen Osten und Amerika). 1 % der Befragten hat kein Herkunftsland angegeben.

Über Housing Anywhere

HousingAnywhere ist Europas größte Plattform für mittelfristige Vermietungen. Zusammen mit Kamernet und Studapart repräsentiert sie drei schnell wachsende Marken. Im Jahr 2023 verzeichnete die Plattform über 30 Millionen Besucher:innen jährlich, mit einem Angebot von mehr als 160.000 Mietobjekten. Über 100.000 Mieter:innen fanden 2023 ihr neues Zuhause über die Plattform. HousingAnywhere richtet sich vor allem an junge Berufstätige und Studierende im Alter von 18 bis 35 Jahren und bringt sie mit Vermieter:innen zusammen. Dank einer fortschrittlichen Technologieplattform können Mieter:innen Unterkünfte für sechs bis zwölf Monate im Ausland anmieten. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Rotterdam und ist in den meisten europäischen Städten aktiv. 2023 expandierte HousingAnywhere auch in bedeutende Städte in den USA und ist mittlerweile in über 125 Städten vertreten. Mit der Mission, Menschen ein flexibles Mietangebot zu ermöglichen, um zu leben, wo und wie sie möchten, beschäftigt das Technologieunternehmen weltweit 250 Fachkräfte.

 
Fabian Lebus
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