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Credit: Sergej *****
Berlin, 27. April 2026

Handwerksatlas Deutschland: Osten hängt Stadtstaaten bei Betriebsdichte deutlich ab

Auf einen Blick

  • Aroundhome,  Vermittlungsplattform von Fachfirmen für Hausprojekte, analysiert über 300.000 Handwerksbetriebe sowie 500 Kontaktanfragen in den größten Städten Deutschlands
  • Brandenburg, Thüringen und Sachsen mit der höchsten Betriebsdichte je 10 000 Einwohner – Bremen, Hamburg und Berlin am unteren Ende
  • Rücklaufquoten reichen von 37,4 Prozent bei Dachdeckern bis 76 Prozent bei Fensterbauern – Wartezeiten von wenigen Tagen bis zu mindestens zehn Wochen

Berlin, 27. April 2026 – Die Verfügbarkeit von Handwerksbetrieben in Deutschland unterscheidet sich je nach Region erheblich. Besonders in ostdeutschen Bundesländern ist die Dichte an Handwerksbetrieben in vielen zentralen Gewerken überdurchschnittlich hoch, während Stadtstaaten und große westdeutsche Flächenländer im Pro-Kopf-Vergleich deutlich zurückfallen. Das zeigt eine aktuelle Analyse von Aroundhome, der unabhängigen Vermittlungsplattform von Fachfirmen für Hausprojekte (www.aroundhome.de). Basierend auf Daten des Destatis sowie einer ergänzenden Auswertung von 500 Kontaktanfragen in den größten Städten wurden dafür die Anzahl und Verteilung von Handwerksfirmen sowie die Rückmeldungsquote und aktuelle Wartezeiten untersucht. 

Deutliche Unterschiede bei der Gesamtdichte der Fachfirmen
In der Gesamtbetrachtung über alle Gewerke hinweg zeigen sich klare regionale Unterschiede. Die höchste Dichte an Fachfirmen pro Einwohner weisen ostdeutsche Flächenländer auf: Brandenburg liegt mit 53,72 Betrieben je 10.000 Einwohner an der Spitze, gefolgt von Thüringen (50,77) und Sachsen (50,03). Damit liegt die Versorgungsdichte in diesen drei Bundesländern mehr als doppelt so hoch wie in den Regionen mit der geringsten Dichte. Am unteren Ende stehen vor allem die Stadtstaaten: Bremen kommt auf 20,37 Betriebe je 10.000 Einwohner, Hamburg auf 22,15, auch Berlin (23,75) liegt deutlich darunter. 

Der bundesweite Durchschnitt liegt bei 38,4 Betrieben je 10.000 Einwohner und verdeutlicht die Spannweite zwischen den Regionen zusätzlich. Im oberen Mittelfeld positionieren sich Mecklenburg-Vorpommern (46,16) und Bayern (43,29), gefolgt von Rheinland-Pfalz (40,19) und Schleswig-Holstein (39,60). Baden-Württemberg liegt mit 37,14 Betrieben je 10.000 Einwohner bereits leicht unter dem Bundesdurchschnitt.

Klassische Gewerke dominieren den Markt
Die größten Gewerke sind bundesweit Elektrotechniker, Installateure sowie Maler und Lackierer. Allein in Bayern gibt es rund 8.693 Elektrobetriebe und 7.470 Installationsbetriebe. Nordrhein-Westfalen weist mit 8.229 Elektrobetrieben und 8.305 Installateuren ähnlich hohe Zahlen auf. Auch im Bau- und Ausbaugewerbe ist die Anzahl der Betriebe hoch: In Nordrhein-Westfalen existieren 6.919 Maler- und Lackiererbetriebe sowie 5.336 Maurerbetriebe. In Bayern sind es 5.529 Malerbetriebe sowie 5.152 Maurer und Betonbauer.

Demgegenüber stehen spezialisierte Gewerke mit deutlich geringerer Verbreitung. Glasbläser, Glasapparatebauer oder Ofenbauer bewegen sich in vielen Bundesländern im niedrigen zweistelligen Bereich oder darunter und zeigen damit eine sehr geringe Marktdurchdringung.

Extreme Unterschiede innerhalb einzelner Gewerke
Die Spannweite innerhalb einzelner Gewerke ist erheblich. Bei Dachdeckern reicht sie von 3,8 Betrieben je 100.000 Einwohner in Hamburg bis zu über 30 in Sachsen. Ähnlich große Unterschiede zeigen sich bei Maurern und Betonbauern: Brandenburg erreicht 65,2 Betriebe je 100.000 Einwohner, Baden-Württemberg liegt bei 27,2. Bei Zimmerern beträgt die Differenz sogar mehr als das Zehnfache – von rund 30,2 in Schleswig-Holstein gegenüber nur 2,8 in Berlin.

Ein vergleichbares Gefälle zeigt sich auch bei Installateuren und Heizungsbauern: Während Brandenburg hier 74,2 Betriebe je 100.000 Einwohner erreicht, kommt Bremen lediglich auf 30,79. Auch im Ausbaugewerbe bleiben die Unterschiede deutlich: Bei Malern und Lackierern liegt Mecklenburg-Vorpommern mit 47,03 Betrieben je 100.000 Einwohner klar vorn, während Berlin mit 22,85 nicht einmal die Hälfte dieses Wertes erreicht.

Regionale Spezialisierung prägt die Branchenstruktur
Neben der allgemeinen Verteilung zeigen sich auch deutliche regionale Spezialisierungen. Baden-Württemberg vereint 43,72 Prozent aller Stuckateurbetriebe in Deutschland auf sich. Bayern kommt bei Klempnern auf einen Anteil von 40,88 Prozent, während Thüringen mit 39,68 Prozent eine besonders hohe Konzentration bei Glasbläsern und Glasapparatebauern aufweist. Nordrhein-Westfalen dominiert zudem das Dachdeckerhandwerk mit einem Anteil von 29,42 Prozent aller Betriebe in diesem Gewerk.

Gleichzeitig fallen einige Regionen bei der bundesweiten Beteiligung deutlich ab. Bremen erreicht im Durchschnitt über alle Gewerke hinweg lediglich 0,45 Prozent der Betriebe, gefolgt vom Saarland mit 1,22 Prozent und Hamburg mit 1,29 Prozent. Besonders gering ist die Beteiligung Hamburgs bei Brunnenbauern mit nur 0,21 Prozent der bundesweiten Betriebe.

Zwischen Anfrage und Angebot: Wie Handwerksbetriebe tatsächlich reagieren
Ergänzend zur strukturellen Analyse wurden in den zehn größten Städten Deutschlands insgesamt rund 500 Handwerksbetriebe kontaktiert, um Rückmeldungen und Terminvergaben zu erfassen. Die Rücklaufquoten unterscheiden sich je nach Gewerk deutlich. Fensterbauer antworteten auf 76 von 100 Anfragen, Heizungsbauer auf 57 von 100, Solartechniker auf 56 von 100 und Trockenbauer auf 54 von 100 Anfragen. Bei Dachdeckern lag die Rücklaufquote bei 37 von 100 Anfragen.

Auch bei der Nennung konkreter Termine bei der ersten Anfrage zeigen sich Unterschiede. Während Trockenbauer in 28 Fällen und Fensterbauer in 27 Fällen Termine angaben, waren es bei Solartechnikern 22 und bei Heizungsbauern 16. Dachdecker nannten in sieben Fällen einen konkreten Termin.

Auch bei den Wartezeiten zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Gewerken. Einen Vorabbesichtigungstermin erhalten Auftraggeber bei Fensterbauern und Trockenbauern durchschnittlich bereits innerhalb eines Tages, während sie bei Solartechnikern aktuell mit mindestens drei bis vier Wochen rechnen müssen. Bei der anschließenden Projektumsetzung reicht die Spanne von zwei bis drei Wochen bei Trockenbauern bis fünf Wochen bei Solartechnikern und rund sechs Wochen bei Fensterbauern. Die Angaben der angefragten Dachdecker-Betriebe lagen im Schnitt bei mindestens sechs bis zehn Wochen.

„Die Ergebnisse zeigen, dass der Zugang zu Handwerksleistungen stark vom Wohnort abhängt. Die Suche nach einer passenden Firma kann damit schnell zur Herausforderung werden. Gerade in Regionen mit geringerer Dichte oder hoher Nachfrage entsteht für Hauseigentümer:innen schnell eine Lücke zwischen theoretischem Angebot und tatsächlicher Verfügbarkeit. Das äußert sich auch in  Wartezeiten, die gewerkeübergreifend meist mehrere Wochen und zum Teil mehrere Monate betragen. Das gilt auch für vergleichsweise kleine Projekte”, sagt Dagmar Faltis, Geschäftsführerin bei Aroundhome. „Genau hier setzen wir mit unserer Plattform an. Unser Ziel ist es, Hauseigentümer:innen schnell und unkompliziert mit Fachfirmen zusammenzubringen, die sich in der Nähe befinden und aktuell Kapazitäten für den speziellen Auftrag haben. Dafür erweitern wir fortlaufend den Kreis unserer Partnerfirmen. Unsere Vision ist es, Wartezeiten flächendeckend zu minimieren und Hausprojekte möglichst schnell erfolgreich über unsere vermittelten Fachfirmen umzusetzen.“

Alle Ergebnisse für die verschiedenen Szenarien finden Sie unter folgendem Link:
https://www.aroundhome.de/energieeffizientes-wohnen/studien/handwerksbetriebsdichte/

Über die Untersuchung:
Die Auswertung der Bundesländer basiert auf Daten der Destatis-Datenbank. Die Analyse umfasst verschiedene Handwerksgewerke, die jeweils einzeln betrachtet und vergleichbar gemacht wurden. Zur besseren Einordnung wurden die Betriebszahlen standardisiert und auf 10.000 und 100.000 Einwohner hochgerechnet. Im Rahmen der Kontaktanfragen wurden jeweils 100 standardisierte Anfragen an Dachdecker, Solartechniker, Heizungstechniker, Fensterbauer sowie Trockenbauer in den zehn größten deutschen Städten verschickt. 

Über Aroundhome

Aroundhome ist eine unabhängige Plattform, die Hauseigentümer:innen dabei hilft, die passenden Fachfirmen für ihre Hausprojekte zu finden. Von neuen Fenstern bis zur Solaranlage, von der Küche bis zum Treppenlift. Mit unserem Team von 250 Mitarbeitenden, umfassenden Informationen und einer bedürfnisorientierten Beratung helfen wir täglich tausenden Hauseigentümer:innen dabei, die passende Fachfirma zu finden und ihr Hausprojekt erfolgreich umzusetzen. So unterstützen wir sie auf dem Weg, ihre Immobilie in ein modernes, zukunftssicheres Zuhause mit nachhaltigem Wert zu verwandeln.

 
Fabian Lebus
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