Lutherstadt Wittenberg, 20. November 2025 – Das Kabinett hat einen Referentenentwurf zur Änderung des Medizinalcannabisgesetzes beschlossen: Medizinisches Cannabis soll künftig nur noch nach persönlichem Arztbesuch verschrieben werden dürfen und nicht mehr per Telemedizin. Darüber hinaus dürfen Apotheken das medizinische Cannabis nicht mehr versenden. Das neue Gesetz soll den Missbrauch eindämmen, stellt aber gleichzeitig viele Patienten, besonders in ländlichen Regionen, vor neue Herausforderungen beim Zugang zu ihrer Therapie.
Der medizinische Cannabismarkt hat sich in den letzten 1,5 Jahren stark entwickelt. Patienten profitieren nicht nur von einem einfachen Zugang, sondern auch von einer großen Produktvielfalt, wie eine Untersuchung von mycare.de zeigt. Die Versandapotheke hat mehr als 1.300 Cannabissorten in Deutschland identifiziert und analysiert.
Patienten profitieren von einer großen Produktvielfalt
Zum Zeitpunkt der Untersuchung von mycare.de standen 1.300 Blütenprodukte zur Verfügung. Die Blüten verteilen sich auf 58 Hersteller, die im Schnitt 23 Sorten führen. Besonders umfangreiche Portfolios haben die drei deutschen Unternehmen Remexian Pharma (203 Sorten), Cantourage (107) und Cannamedical (104). Am anderen Ende des Spektrums stehen kleinere Anbieter, die nur ein bis drei Sorten vertreiben.
Medizinisches Cannabis ist im Durchschnitt günstiger als Schwarzmarkt-Cannabis
Die Preisspanne bei den untersuchten Cannabisblüten reicht von 2,99 bis 17,09 Euro pro Gramm – ein Gramm medizinisches Cannabis kostet im Durchschnitt 6,81 Euro. 78 Prozent der Sorten kosten zwischen fünf und zehn Euro, 19 Prozent liegen darunter, nur drei Prozent darüber.
Der THC-Gehalt variiert ebenfalls stark, zwischen einem und 37 Prozent. Sativa-Sorten enthalten im Schnitt 21,9 Prozent THC, Indica-Sorten 23 Prozent und Hybride 23,8 Prozent. Sorten mit niedrigem THC-Anteil weisen in der Regel einen höheren Gehalt an CBD auf, das entzündungshemmend und entkrampfend wirkt.
„Medizinisches Cannabis ist bereits seit 2017 legal und auch vor der Legalisierung konnte man medizinisches Cannabis per Telemedizin erhalten, auch wenn die Regeln für die Verschreibung damals noch etwas strenger waren. Mit der neuen Gesetzesänderung werden die Rechte für Cannabis-Patienten stärker eingeschränkt als noch vor der Legalisierung. Es ist nur schwer nachvollziehbar, wieso ein Produkt, das Konsumenten heutzutage frei über Cannabis-Clubs kaufen oder sogar zuhause selbst anbauen dürfen, nur nach persönlichen Arztbesuch verschrieben werden darf”, sagt Martin Schulze, Leiter der pharmazeutischen Kundenbetreuung bei mycare.de.
„Viele Ärzte verschreiben kein Cannabis, weil sie entweder keine Erfahrung mit den Produkten haben oder Vorbehalte gegenüber dieser Therapieform haben. Ärzte auf Telemedizinplattformen und Versandapotheken, die zum Teil auf Cannabis spezialisiert sind, sind für viele Patienten die einzige Möglichkeit, an ihre Medizin zu kommen. Darüber hinaus benachteiligt das Versandverbot vor allem Patienten in ländlichen Regionen oder in Bundesländern, in denen es bislang kaum Apotheken gibt, die Cannabis verkaufen. So werden künftig schwer kranke Menschen hunderte Kilometer fahren müssen, um ein Rezept einzulösen. Nur, weil das Bundesgesundheitsministerium bei einigen wenigen Patienten Missbrauch vermutet, müssen alle Patienten darunter leiden.“
Alle Untersuchungsergebnisse finden Sie auf dieser Landingpage:
https://www.mycare.de/presse-und-media/pressemitteilungen/20250826-cannabis-rezept
Über die Untersuchung
Im Rahmen der Analyse hat mycare.de sämtliche im August 2025 gelisteten Cannabisblüten systematisch ausgewertet. Berücksichtigt wurden dabei über 1.306 Produkte von mehr als 58 Herstellern, die über die Vergleichsplattform flowzz.de öffentlich abrufbar sind. Für jede Sorte wurden der Preis pro Gramm, der THC-Gehalt sowie die Strain-Kategorie (Sativa, Indica, Hybrid) erfasst.
mycare (www.mycare.de) Als eine der ersten Versandapotheken Deutschlands hat mycare.de den deutschen Markt seit 2001 nachhaltig verändert. Neben einem umfangreichen Onlineshop mit über 90.000 Arzneimitteln und Gesundheitsprodukten bietet mycare.de vielfältige Dienstleistungen zur persönlichen Gesundheitsversorgung an. In einem modernen Apothekenlabor stellt mycare.de individuelle Arzneimittel nach höchster pharmazeutischer Qualität her, darunter Hormontherapien, homöopathischer Mittel, Hautcremes und medizinisches Cannabis. Jede Arzneimittelbestellung wird individuell von Fachpersonal nach höchster pharmazeutischer Qualität angefertigt und geprüft. Zu den weiteren Dienstleistungen von mycare.de gehören der Arzneimittel- und Hausapotheken-Check sowie der Tabletten-Service MEDPAC. Als regionaler Großversorger beliefert mycare.de medizinische Einrichtungen in ganz Deutschland mit Arzneimitteln, Hilfsmitteln und Verbandstoffen und sorgt zudem für die umfassende Versorgung von Patient:innen im Heimbereich. Eine persönliche Beratung erfolgt sowohl telefonisch und per E-Mail als auch an drei Apothekenstandorten in Lutherstadt Wittenberg.