Berlin, 27. Juni 2025 – Wie lange Touristinnen und Touristen in Deutschland bleiben, hängt stark von ihrer Herkunft, dem Reiseziel innerhalb des Landes und regionalen Gegebenheiten ab. Die Berlin School of Business and Innovation (BSBI) hat in ihrer aktuellen Auswertung der monatlichen Tourismuszahlen des Statistischen Bundesamtes die durchschnittliche Aufenthaltsdauer im Sommerreisezeitraum von Juni bis September (2023 versus 2024) miteinander verglichen – differenziert nach Herkunft der Gäste, Bundesland und Reisegebiet. Die Ergebnisse geben eine potenzielle Prognose für die Sommersaison 2025: Während die Zahl der Ankünfte leicht stieg, sank die durchschnittliche Aufenthaltsdauer insgesamt. Besonders auffällig sind die Unterschiede zwischen einzelnen Herkunftsländern sowie zwischen den deutschen Regionen – mit deutlichen Gewinnern und Verlierern im touristischen Wettbewerb.
Tourismusbilanz Juni bis September: Ankünfte stiegen, Aufenthaltsdauer sank
Die Tourismuszahlen von Juni bis September zeigen insgesamt im Jahresvergleich: Die Zahl der Ankünfte stieg um 1,73 Prozent, Übernachtungen gab es nur 0,01 Prozent mehr, aber die durchschnittliche Aufenthaltsdauer (Übernachtungen pro Ankünfte) von Reisenden in den deutschen Beherbergungsbetrieben sank um 1,80 Prozent. Bei deutschen Tourist*innen selbst gibt es einen Negativtrend zu verzeichnen: Im Durchschnitt verbrachten 1,72 Prozent weniger ihre Zeit in einer Unterkunft in Deutschland. Ebenso bei Gästen aus dem Ausland – um 3,23 Prozent sank die durchschnittliche Aufenthaltsdauer gegenüber dem Vorjahr. Obwohl die Anzahl der Ankünfte (plus 9,44 Prozent) und Übernachtungen (plus 6,75 Prozent) aus dem Ausland deutlich zunahm. Die Zahlen verdeutlichen: Der Tourismus in Deutschland nimmt zu, doch die Besucher verweilen kürzer – ein klarer Trend zu mehr Tagesausflügen und Reisen mit geringerer Aufenthaltsdauer.
Bulgarische Tourist*innen verweilen am längsten in Deutschland
Unter den 56 betrachteten Ländern verbrachten am liebsten bulgarische Tourist*innen ihre Zeit in Deutschland: Hier zeigt sich im Jahresvergleich die größte Steigerung bei der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer (plus 6,87 Prozent). Gefolgt vom taiwanesischen Volk (plus 4 Prozent) und unseren unmittelbaren Nachbarn aus der Tschechischen Republik (plus 2,27 Prozent). Weniger beliebt war Deutschland bei Tourist*innen aus Slowenien (minus 19,86 Prozent), Kroatien (minus 18,13 Prozent) und der Slowakei (minus 15,13 Prozent).
Bundesländer-Ranking: Sachsen-Anhalt auf Platz 1, Berlin am unbeliebtesten
Im Ranking nach Bundesländern schneidet Sachsen-Anhalt insgesamt am besten ab (Plus von 1,01 Prozent bei durchschnittlicher Aufenthaltsdauer). Unsere Hauptstadt Berlin verzeichnet überraschenderweise mit minus 2,97 Prozent die größten Einbußen. Differenziert man nach internationalen und deutschen Tourist*innen, zeigen sich jedoch Unterschiede in den bevorzugten Bundesländern: Hessen belegt bei internationalen Gästen als Aufenthaltsziel den ersten Platz, während Deutsche am liebsten in Sachsen-Anhalt übernachteten.
Reisegebiet Erzgebirge verliert Gäste
Spitzenreiter unter den insgesamt 140 analysierten deutschen Reisegebieten ist das Elbe-Elster Land in Brandenburg (Plus von 8,11 Prozent bei durchschnittlicher Aufenthaltsdauer). Ebenso attraktiv für Reisende ist auf Platz zwei das Weimarer Land (plus 7,03 Prozent), gefolgt von der Holsteinischen Schweiz (plus 6,41 Prozent) auf dem dritten Platz. Die wenigsten Tourist*innen verzeichnete das Barnimer Land in Brandenburg – um ganze 18,25 Prozent sank die durchschnittliche Aufenthaltsdauer im Jahresvergleich hier. Mit Blick auf die Entwicklung der Ankünfte und Übernachtungen zeigt sich: Das Ahrtal in Rheinland-Pfalz belegt in beiden Kategorien den ersten Platz, mit einer deutlichen Steigerung zum Vorjahr, während das sächsische Erzgebirge jeweils das größte Minus an Ankünften sowie Übernachtungen verzeichnet.
„Unsere aktuelle Tourismus-Analyse in Deutschland zeigt: kürzere Aufenthalte bei gleichzeitig steigenden Ankunftszahlen verändern die ökonomische Struktur des Tourismus in Deutschland. Das ist ein klares Signal an die Branche und die Tourismusregionen: Mehr Besucher*innen bedeuten nicht automatisch mehr Wertschöpfung. Entscheidend ist, ob es gelingt, innovative Angebote zu schaffen, die Menschen länger binden und Reisende in ihrer digitalen Bequemlichkeit unterstützen: Immer mehr Tourist*innen erwarten digitale Online-Reiseführer und kontaktlose Dienstleistungen. Diese Entwicklungen stellen sowohl Reisedestinationen als auch touristische Betriebe vor neuen strategischen Herausforderungen für die Sommersaison 2025. Wer jetzt in Qualität, Authentizität und personalisierte Erlebnisse investiert, wird im nächsten Sommer im Vorteil sein“, kommentiert Dr. Kamilia Kentra, Dozentin an der BSBI und Tourismus-Expertin.
Hier finden Sie die Daten grafisch aufbereitet.
Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der Wirtschaftsschule.
Über die Untersuchung
Die Analyse vergleicht die monatlichen Tourismuszahlen Deutschlands in den Sommermonaten Juni bis September zwischen 2023 und 2024. Die Analysepunkte umfassten die Erhebung der Ankünfte, Übernachtungen und der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer jeweils nach Herkunft der Tourist:innen, Bundesland und nach Reisegebiet. Die Datenquelle sind Zahlen des Statistischen Bundesamts.
Die BSBI School of Business and Innovation ist eine globale Bildungsinstitution, mit Standorten in Berlin, Hamburg, Paris, Barcelona und Madrid. Seit 2018 bildet die BSBI zukünftige Führungskräfte in der Wirtschaft aus und bietet berufsorientierte englischsprachige Bachelor-, Master- und Doktoratsstudiengänge in den Bereichen Betriebswirtschaft, Marketing, Finanzen, IT, Informatik, Tourismus sowie Veranstaltungsmanagement im Gastgewerbe an.
Die BSBI verbindet traditionelle Lehrmethoden mit flexiblem, praxisorientiertem Lernen, um mehr als 6.500 Studierende aus 114 Ländern optimal auf den globalen Arbeitsmarkt vorzubereiten. Als Erasmus+-Organisation fördert die Institution internationale Zusammenarbeit und kooperiert mit renommierten akademischen Einrichtungen.
Ihre Exzellenz wurde durch Auszeichnungen wie den AMBA/BGA Best Innovation Strategy Award (2025) und den Highly Commended Best Lifelong Learning Initiative (2026) anerkannt. Zudem erhielt die BSBI den PRME Champions 2026–2027, den Bronze Award für Blended and Presence Learning (QS Reimagine Education Awards 2024) sowie den Outstanding Organisation Award (Education 2.0 Conference in Dubai).
Die BSBI erhielt zudem Bestnoten im QS Stars-Ranking: 5 Sterne in den Kategorien „Beschäftigungsfähigkeit“ und „Online-Lernen“ sowie eine Gesamtbewertung von 4 Sternen („Sehr gut“), was ihr Engagement für akademische Exzellenz und praxisorientierte Ausbildung widerspiegelt.
Die BSBI ist Teil der GUS Germany GmbH (GGG), einem dynamischen Netzwerk von Bildungseinrichtungen mit mehr als 18.000 Studierenden in Deutschland, Europa und darüber hinaus. Weitere Informationen und Pressemitteilungen finden sich im BSBI Newsroom.
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